Der bewusste Konsum liegt im Trend, ist aber noch immer eine Nische.

„Keiner verändert sein Leben von heute auf morgen“, sagt Lucia Reisch, Konsumforscherin und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung. Sie rät: „Suchen Sie sich zuerst einen Bereich aus, der Ihnen am Herzen liegt.“

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Wer auf Ökologisches und Soziales Wert legt, muss sich durch ein enormes Angebot schlagen – und braucht Antworten. Geliefert werden sie seit 2003 vom Nachhaltigen Warenkorb.

Nachhaltiger Konsum ist möglich, aber noch lange kein Mainstream. Verbraucherinnen und Verbraucher tun sich noch immer schwer: Zwar werden in fast allen Supermärkten mittlerweile Bio-Produkte angeboten und in immer mehr Städten eröffnen Biosupermärkte, am gesamten Lebensmittelumsatz machen diese aber nur gut fünf Prozent aus.

Alltagsroutinen, Geldfragen oder mangelnde Motivation stehen uns oftmals im Weg. „Keiner verändert sein Leben von heute auf morgen“, sagt Lucia Reisch. Sie ist Professorin für interkulturelle Konsumforschung und europäische Verbraucherpolitik an der Copenhagen Business School, auch Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung und meint: „Suchen Sie sich zuerst einen Bereich aus, der Ihnen am Herzen liegt“. Der Konsum sei ungefähr für ein Drittel des Ressourcen- und Energieverbrauchs verantwortlich. Hinzu komme der indirekte Verbrauch, etwa Wasser, das für die Herstellung von Produkten benötigt wird.

 

Auch der Staat ist gefragt

Muss auch der der Staat ran und Regeln aufstellen?
„Nachhaltigkeit fordert beide“, erklärt der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, und nennt dafür ein Beispiel: die Energieeffizienz. Die stromfressenden Glühbirnen und später auch quecksilberbasierte Lampen seien nur vom Markt verschwunden, weil der Staat Vorgaben gemacht habe. „Das wäre allein mit Verbrauchernachfrage nicht gegangen.“

Hinter dem Aus für die wenig umweltfreundlichen Lampen steckt die Ökodesign-Richtlinie der EU. Mit ihr gingen auch schon bestimmte Backöfen, Duschköpfe oder Staubsauger vom Markt. Auch das Energiesystem könnten Bürgerinnen und Bürger nicht wirklich beeinflussen, meint Flasbarth weiter: „Das Ende von Atomkraft und, in einem nächsten Schritt, von der Kohleverstromung brauchte staatliche Entscheidungen.“

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wird sich jetzt auf die Frage konzentrieren, welche politischen Rahmenbedingungen nötig sind, um den nachhaltigen Konsum voranzubringen.

Diese Informationen stammen aus einem aktuellen Artikel des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE).

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) wurde erstmals im April 2001 von der Bundesregierung berufen.
Dem Rat gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an.

Die Aufgaben des Rates sind:

  • die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie,
  • die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten
  • sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

Weitere Informationen auf nachhaltigkeitsrat.de