Mit 210 Teilnehmern und 15 Ausstellern aus 26 verschiedenen Ländern war die erste Konferenz zu Cellulosefasern ein großer Erfolg und übertraf alle Erwartungen.
Der Schwerpunkt der Konferenz lag auf Märkten, Technologien und Nachhaltigkeit – und insbesondere auf alternativen Cellulose-Rohstoffen.
Cellulosefasern sind mit einer kumulierten jährlichen Wachstumsrate (CAGR) zwischen 5 und 10% in den letzten zehn Jahren eine wahre Erfolgsgeschichte innerhalb des Textilmarktes – ähnliche Wachstumsraten werden auch für das nächste Jahrzehnt erwartet. Damit sind Cellulosefasern die am schnellsten wachsende Fasergruppe in der Textilindustrie und der größte Investitionsbereich in der bio-basierten Ökonomie weltweit. Das gesamte Cellululosefasersegment, einschließlich Viskosestapelfasern und -filamente sowie Celluloseacetat, machen bisher nur 6% des Weltmarktes aus. Dennoch hat das Segment dank der dynamischen Wachstumsraten von Viskose- und Lyocellfasern, die nach der Finanzkrise in jedem einzelnen Jahr alle anderen Hauptfaserarten übertreffen konnten, kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Die Herausforderung besteht nun darin, ein Gleichgewicht zwischen der laufenden Kapazitätserweiterung und der wachsenden Nachfrage zu erreichen – um Überkapazitäten zu vermeiden, aber auch um die wachsende Nachfrage der großen Marken zu decken.
Die hohen Wachstumsraten werden durch die Nachfrage nach Naturfasern (und Engpässe in der Baumwolle), das Mikroplastikproblem und mögliche Verbote von Kunststofffasern getrieben. Alle drei Faktoren werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Sektors spielen. Die Konferenz deckte die gesamte Wertschöpfungskette ab, vom lignocellulosehaltigen Rohstoffe, über Zellstoff, Zellulosefasern – wie Rayon, Viskose, Modal oder Lyocell und neue Entwicklungen – bis hin zu einer breiten Palette von Anwendungen, gewebten Textilien (Kleidung) und Vliesstoffen (Wischtücher und technische Anwendungen). Alle diese Sektoren haben in den letzten Jahren erheblich an Dynamik gewonnen.
Die Sponsoren der Konferenz, führende Hersteller von Cellulosefasern, bestätigten diese positive Marktentwicklung:
Jean Sun aus der Abteilung „Kommunikation und Nachhaltigkeit“ von Sateri (China), globaler Produzent von Viskosefasern: „Cellulosefasern sind natürlich und biologisch abbaubar und haben ein immenses Potenzial, die globale Textilnachfrage und die Bedürfnisse der Verbraucher auf eine ökologisch nachhaltige Weise zu befriedigen.“
Josef Innerlohinger, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung von Lenzing (Österreich), einem der führenden Hersteller von Zellstoff und Fasern für die Textilindustrie:„Es gibt viele spannende Entwicklungen – wie Textilrecycling oder neue Technologien und Anwendungen – und es gibt eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Fasern aus erneuerbaren Rohstoffen. Ich sehe also ein riesiges Potenzial für Cellulosefasern in verschiedenen Bereichen. Aber es gibt auch einige potenzielle Hindernisse, die Entwicklungen behindern können, bei denen eine starke Zusammenarbeit erforderlich ist, um diese Themen zu bewältigen.“
Alessandro Pellegrini, Business Manager bei der Bozzetto-Gruppe (Italien), einem weltweit agierenden Anbieter von chemischer Ausrüstung von Textilfasern: „Es ist eine herausfordernde Zeit für den Markt, aber wir sehen auch, dass es die richtige Zeit für neue Fasern ist, da der Markt und insbesondere die Einzelhändler nach nachhaltigen Alternativen suchen.“
Jukka Kantola, CEO bei NC Partnering (Finnland), einem der führenden Beratungsunternehmen in der Bioökonomie, und Vorsitzender des World Bioeconomy Forum:
„Die Dynamik für Textilfasern aus Cellulose ist groß. Angesichts der Nachfrage der Verbraucher, der Erwartungen der Marken, dem Interesse der Industrie, der Unterstützung der Forschung und der Umweltverträglichkeit von Cellulosefasern bin ich ziemlich optimistisch, dass wir mehr Cellulose-Fasern auf dem Markt sehen werden.“
Annamari Luukkainen, Digital Marketing Manager von Stora Enso (Schweden/Finnland), führender Produzent einer breiten Palette von holzbasierten Lösungen: „Wir glauben, dass alle Materialien, die heute noch aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden, morgen schon aus Holz hergestellt werden könnten.“
Viele neue Ideen sind auf dem Weg, und obwohl dieser Weg eine Herausforderung sein wird, freuen sich die Hersteller auf zukünftige Technologien und Geschäftsmöglichkeiten für eine nachhaltige biobasierte und zirkuläre Ökonomie in der Textilindustrie.
Nachhaltigkeit
Ökobilanzen zeigen, dass moderne Zellulosefasern eine deutlich geringere Umweltbelastung haben als petrochemische Fasern oder Baumwolle mit ihrer künstlichen Bewässerung und dem starken Einsatz von Pestiziden. Doch das reicht nicht aus, wie Nicole Rycroft von der Umweltorganisation Canopy (Kanada) betonte. Canopy weist in ihrer Strategie darauf hin, dass Holz für Zellulosefasern nur aus zertifizierter nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen werden darf, noch wichtiger sei es aber, alternative Rohstoffquellen zu nutzen. Daher begrüßte sie es, in verschiedenen Vorträgen zu hören, dass hochwertige Cellulosefasern aus recycelten Textilien, Baumwollabfällen, landwirtschaftlichen Nebenprodukten und sogar aus gebrauchtem Toilettenpapier (aus der Kläranlage) gewonnen werden können. Damit werden die zukünftigen Cellulosetextilien den hohen Anforderungen der Kreislaufwirtschaft gerecht.
Zum Erfolg der Konferenz
Die Konferenz zeigte, dass eine solche Veranstaltung zur Vernetzung der wachsenden Zellstoffindustrie mehr als überfällig war. Diese Ansicht wurde auch von den Sponsoren der Konferenz geteilt, die ebenso zufrieden waren wie die Teilnehmer.
„Es war eine wirklich erfolgreiche erste Veranstaltung über Cellulosefasern, und ich hoffe, dass viele weitere folgen werden. Die Vorträge und die begleitenden Diskussionen deckten ein breites Themenfeld, das im Zusammenhang mit Cellulosefasern steht, auf einem sehr hohen Niveau ab. Außerdem gab es auch genügend Zeit zum Netzwerken und für weitere vertiefende Diskussionen, die sich ebenfalls als sehr wertvoll erwiesen. (Josef Innerlohinger, Lenzing (Österreich))“
„Bereits mehr als 200 Teilnehmer sind ein guter Start für eine neue Konferenz. Uns haben die lehrreichen Vorträge sehr gefallen (Alessandro Pellegrini, Bozzetto-Gruppe, (Italien)).“
„Es war eine sehr erfolgreiche Konferenz – gut gemacht. Bereits die erste Konferenz zog über 200 Interessenvertreter entlang der Wertschöpfungsketten für cellulosehaltige Textilfasern an. Es war ein lebhafter Dialog zwischen den Teilnehmern während der hochkarätigen Sessions. Ich gehe davon aus, dass sich die Veranstaltung als Treffpunkt für Industrie und Forschung der Zellulosefasergemeinschaft etablieren wird (Jukka Kantola, NC Partnering, Finnland).“
Ralf Nyhofen, Manager für den Bereich Fasern bei LEVACO Chemicals, einem führenden Hersteller von Hilfsstoffen für die Faserproduktion, Lack- und Beschichtungsindustrie: „Die Konferenz war großartig, wir hatten interessante Diskussionen und für die erste ihrer Art war sie wirklich gut!“
Sponsoren der Konferenz: Bozzetto (Italien), Lenzing (Österreich) und Sateri (China) unterstützten die Konferenz als Goldsponsoren. Darüber hinaus war LEVACO Chemicals (Deutschland) als Silber-Sponsor beteiligt. NC Partnering (Finnland) und Stora Enso (Schweden/Finnland) waren Bronze-Sponsoren.
Die Präsentationen der diesjährigen Konferenz werden Anfang März unter www.bio-based.eu verfügbar sein. Und natürlich wird nova die Wünsche von Sponsoren, Partnern und Teilnehmern erfüllen und eine Fortsetzung der diesjährigen Konferenz im nächsten Jahr organisieren: Im Jahr 2021 wird die „2nd International Conference on Cellulose Fibres“ am 2. und 3. Februar am gleichen Ort in Köln stattfinden.
Quelle: nova Institut


Neueste Kommentare